Sophie Hunger

Pop Electronica
© Marikel Lahana
© Marikel Lahana

Mit „Supermoon“ von 2015 avancierte die Berner Singer/Songwriterin vom Schweizer Geheimtipp zum Star einer Indie-Folk-Szene, die zu ihren eigenwilligen Protagonistinnen auch Laura Marling und Feist zählt. Hungers Erfolg zeitigte den Umzug nach Berlin, der sie in näheren Kontakt mit elektronischer Musik im allgemeinen und analogen Synthesizern im Besonderen brachte. So tauschte sie auf „Molecules“ (2018) Gitarre, Bluesharp und Klavier gegen Drumcomputer und Software, während ihr charmant-quadrilinguales Kauderwelsch aus Englisch, Französisch, Deutsch und Schwizerdütsch reinem Englisch weichen musste.

Das mögen eingefleischte Fans bedauern, doch ist der neue Sound in einer Welt, wo das Vokabular der Folk-Poetin nicht mehr aus bones, blood and birds, sondern aus plastic, plutonium und particles besteht, nur konsequent. Treu geblieben ist der mit so mancherlei Berghain-Nachhall aufwartende Klang, den Hunger selbst als „minimal electronic Folk“ bezeichnet, der düsteren Schönheit, die schon immer bezeichnend für ihre Songs war.

SamstagTBA

Sophie Hunger